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Klinker Begriffskunde

Ein Haus – das sind, so sagt es der Volksmund, die eigenen vier Wände. Doch ein Haus ist in erster Linie ein Zuhause für Ihre Familie. Ein Rückzugsort, eine Absicherung. Ein Haus ist Ihre Heimat, der Ort, an dem Sie und Ihre Lieben leben. Wenn Sie ein Haus bauen oder sanieren, sind Sie daher gut beraten, sich rechtzeitig Gedanken über die Innen- und Außenwände sowie über das Sichtmauerwerk im Innen- und Außenbereich zu machen. Schließlich sollen Sie sich in dem Haus wohlfühlen – es soll Ihnen Schutz vor Witterung bieten und Ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Insbesondere die Außenwand ist dabei von größter Bedeutung.

Klinker – eine Fassade fürs Leben

Zu den entscheidenden Vorteilen einer Klinkerfassade zählt, dass Klinker einen sehr guten Dämm- und Feuchteschutz garantieren. Das gilt sowohl für Neubauten als auch für Altbauten. Besser als alle anderen Baustoffe helfen Klinker, Heizverluste zu vermeiden. 

Zum einen sind Klinker Spitzenreiter, was das Speichern von Wärme betrifft. Zum anderen sind Klinkerfassaden witterungsbeständiger und solider als Putz. Klinkerfassaden werden bis zu hundert Jahre alt – Streichen oder Ausbessern sind praktisch gar nicht nötig.
Entscheidend ist auch, dass jeder Klinker ein natürliches Produkt für umweltgerechtes, nachhaltiges Bauen ist, was gleichzeitig bedeutet, dass Klinker ein hervorragendes Feuchtigkeitsverhalten besitzen. Sie geben das Wasser, das sie aufnehmen, in kürzester Zeit wieder nach außen ab.

Kleine, aber feine Unterschiede: Eine Begriffskunde

Oft herrscht bei Bauherren jedoch große Verwirrung, was die Begrifflichkeiten der diversen Verblender betrifft. Denn Klinker ist nicht Klinker. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen, die Ihnen helfen, sich zurechtzufinden und sich für den für Sie richtigen Baustoff zu entscheiden.

Verblender

VerlbenderVerblender umfasst als Sammelbegriff sämtliche Mauerziegel und Klinker, die zum Bauen von Wänden, konkret für die Außenseite des einschaligen und die Vorsatzschale des zweischaligen Mauerwerks, verwendet werden.
Gemäß den DIN-Vorschriften unterscheidet man dabei gemäß der Beschaffenheit ihrer Ausgangstoffe und Eigenschaften insbesondere folgende drei Baustoffe: Vormauerklinker (DIN 20000-401), Klinker (DIN 20000-401) und Keramikklinker (DIN 105-4). Eine Sonderstellung nehmen Klinkerriemchen ein.

Vormauerziegel

Vormauerziegel sind HD- oder High-Density-Ziegel, also Mauerziegel mit hoher Brutto-Trockenrohdichte (> 1,0 kg/dm³). Man verwendet sie als tragendes oder nichttragendes Sichtmauerwerk im Innen- und Außenbereich sowie für besonders beanspruchte Außen- und Innenwände. Vormauerziegel werden sowohl als Voll- als auch als Lochziegel in diversen Strukturen und Farben hergestellt.
Elementare Prüfkriterien für sämtliche Vormauerziegel sind ihre Wasseraufnahme und ihre Druckfestigkeit. Beide Werte resultieren aus den Mischungen des Tons sowie aus dem Press- und Brennverfahren. Grundsätzlich muss ihre Frostbeständigkeit, da Vormauerziegel der Witterung ausgesetzt sind, durch Prüfung gemäß DIN V 52252 nachgewiesen und sichergestellt sein. Der Massenanteil der Wasseraufnahme von Vormauerziegeln ist nicht begrenzt, die Druckfestigkeit hat mindestens der Klasse 2 zu entsprechen, und die mittlere Rohdichte muss 1,9/dm³ oder mehr betragen.

Klinker

Bei Klinkern handelt es sich um oberflächig gesinterte High-Density-Ziegel, die durch die Brennung einen glasigen, dichten Charakter erhalten. Genau wie Vormauerziegel finden Klinker als tragendes oder nichttragendes Sichtmauerwerk im Innen- und Außenbereich sowie für besonders beanspruchte Außen- und Innenwände Verwendung.
Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass ihre Frostbeständigkeit, da Klinker der Witterung ausgesetzt sind, durch Prüfung gemäß DIN V 52252 nachgewiesen werden muss. Anders als bei Vormauerziegeln darf bei Klinkern der Massenanteil der Wasseraufnahme allerdings bei nur maximal 6 Prozent liegen. Die Druckfestigkeit hat mindestens der Klasse 28 zu entsprechen, und ihr eine mittlere Scherbenrohdichte muss mindestens 1,9 kg/dm³ betragen.

Keramikklinker 

KeramikklinkerKeramikklinker zeichnen sich durch ihre gesinterte (durch hohe Brenntemperaturen) verschlossene Oberfläche aus und haben daher eine außergewöhnlich geringe Wasseraufnahme. Im Gegensatz zu beispielsweise Sandstein nehmen Keramikblender auch nur wenig Schmutzpartikel auf, was – gerade für helle Keramikklinker – von großer Bedeutung für die Optik ist.
Keramikklinker sind wie Vormauerziegel und Klinker so genannte HD-Ziegel aus dicht brennenden, keramisch hochwertigen Tonen. Sie sind frostbeständig (DIN V 52252), und ihr Massenanteil der Wasseraufnahme ist auf maximal 6 % begrenzt. Ihre Druckfestigkeit entspricht mindestens der Klasse 60, zudem müssen Keramikklinker eine mittlere Scherbenrohdichte von mindestens 2,00 kg/dm³ haben.

Klinkerriemchen / MauerriemchenRiemchen

Klinkerriemchen nehmen eine Sonderstellung ein. Sie werden oft auch Flachverblender genannt und sind, im Gegensatz zu den mit ihnen oft verwechselten KS-Verblendern, die aus Kalksandstein bestehen, ebenfalls echte Ziegel. Sie sind in der Regel nur 10 bis 20 mm stark und werden direkt auf die Fassade geklebt, zum Beispiel auch auf Putz. Ein Vormauerwerk aus Klinkersteinen wird in diesem Fall nicht aufgebaut.

Echte Klinker-Optik zum günstigen Preis

Genau wie Klinker, Vormauerklinker und Keramikklinker bieten Klinkerriemchen den Charme einer "echten" Ziegelfassade: Bei richtigem Aufbau sind sie in ihrer Optik kaum von einer massiven Ziegelwand zu unterscheiden. Und auch was den Schutz betrifft, wissen Klinkerriemchen zu überzeugen. Sofern ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) aufgebracht wird, haben sie die positiven Eigenschaften einer Vollklinkerfassade. Sie zeichnen sich in diesem Fall dann durch eine extrem geringe Wasseraufnahme aus, weisen eine hohe Farbbeständigkeit auf und gewähren eine absolute Frostsicherheit. Ganz besonders pflegeleicht und schier unverwüstlich gewähren Klinkerriemchen langlebigen Schutz vor Nässe und Frost – bei gleichzeitiger Kosteneinsparung gegenüber einer Vollklinkerfassade.

Ideal für Innenräume

Immer mehr findet man in den letzten Jahren die Klinker-Riemchen auch in Innenräumen. So kann man sich mit wenig Aufwand die Optik einer verklinkerten Fassade bspw. im Wohnzimmer schaffen. Anstelle der sonst gängigen Tapete oder des Putzes werden Klinkerriemchen einfach auf die entsprechend vorbereitete Wand geklebt und natürlich ebenso verfugt. 

Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick 

Sowohl der Klinker als auch der Keramikklinker unterscheidet sich vom Vormauerziegel dadurch, dass durch eine extrem hohe Brenntemperatur entweder der gesamte Ziegel (Keramikklinker) oder lediglich seine Oberfläche (Klinker) gesintert ist. Das bedeutet: Die Poren werden beinahe ganz geschlossen, wodurch der Klinker zu seinem glasigen Zustand kommt. Zudem wird sowohl die Druckfestigkeit als auch die Scherbenrohdichte erhöht, während die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, sich auf maximal 6 Masse-Prozent reduziert. Also lauter gute Eigenschaften, die ein langlebiges und wertbeständiges Mauerwerk sicherstellen! Weiterer Unterschied: Klinker und Keramikklinker, sind im Gegensatz zu Vormauerziegeln, besonders widerstandsfähig gegenüber aggressiven Stoffen und mechanischen Oberflächenbeanspruchungen. 

Eine starke Persönlichkeit

Das Wichtigste zum Schluss. Etwas, das sich in keiner Tabelle und mit keinen Werten abbilden lässt und uns doch am Herzen liegt: Eine Ziegel- bzw. Klinkerwand ist mehr als nur ein Verblendmauerwerk. Es ist ein Statement. Ein Bekenntnis zum Echten, Authentischen. Klinker ist warm, ursprünglich und rustikal. Ein Stück wahre Qualität. Jeder Stein so einzigartig wie die Menschen, die sich mit diesen Steinen umgeben.

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